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Tagträumen

“Es ist so schade, dass man nur noch Nachts träumt.”

Muss man ja nicht. Tagsüber träumen, die Sinne offen halten, ist nicht so schwierig. Höchstens ungewohnt. Die Welt sehen, als wäre man gerade erst geboren, funktioniert bei mir ganz gut. Den Sonnenuntergang nicht nur als hellen Fleck irgendwo am Horizont betrachten, einen Sturm nicht nur als lästiges Regenwetter, Medieninhalte nicht mit Nachrichten verwechseln, Essen und Trinken nicht nur als Nahrungsaufnahme sehen. Geniessen. Ausschweifen. Dekadent sein. Fühlen. Dinge aufnehmen. Sich seine eigenen Realitäten schaffen,  “Musik hören” anstatt “eine CD einlegen”. Träumen trainieren und damit meine ich nicht “entrückt durch die Welt gehen”. Aber vielleicht “die Möglichkeit haben, entrückt durch die Welt gehen zu können”.

Hilft vielleicht nicht ausschliesslich, ist aber ein Anfang.

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