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Tag : Short Story

Ganz normal anders

Ich streife durch das Laub, wie ein Finger, der den letzten Rest Schokocreme aus einer Schüssel kratzt. Ich drehe mich wie ein Kreisel solange bis mir schwindelig wird und auch dann kann ich nicht damit aufhören. Ich bin dankbar, denn ich weiss, dass ich gewöhnlich bin. Das macht mich besonders. Windböhen umwehen mich und drücken mir das Shirt eng an meine Haut. Es flattert an den Armen und an der Seite und ich fühle mich, wie ein Segel, das weit […]

Manchmal singe ich

Manchmal stürze ich mich in ein Lied, und dann bin ich da drin, und es ist gut, dass ich da drin bin. Vielleicht singe ich den Text mit, vielleicht auch gar nicht. Und es ist gut. Es ist als würde Wasser über meine Gedanken gegossen, und eben waren sie noch verschmiert und voller Unreinheiten und verfilzt und alles, und dann wummert der Beat in meinem Bauch, und alles wird klar und deutlich. Meine Ohren erfüllt von der Musik, nur von […]

Das wünsche ich mir

Wie du gelächelt hast, als du langsam aufgewacht bist und meinen Kuss gespürt hast. Ein leichter, weicher Kuss war das, du hattest die Augen noch geschlossen, und dann, mitten im Begreifen und Erwachen, hast du so gelächelt. Ein rein spontanes, glückliches Lächeln war das. Das war wunderschön. Ich bin tatsächlich stolz, merke ich; stolz, dein Vertrauen zu geniessen, es geniessen zu dürfen, es verdient zu haben. Es berührt mich, wenn du einschläfst, fest um mich geschlungen; wenn du dich dem […]

Ich will Dir sagen

‪Ich will dir sagen, wie schön du bist, ohne dass es farblos und wie daher gesagt klingt. Es wird genug eben einfach so gesagt. Doch dies soll wertvoll bleiben. Du sollst dich nicht daran gewöhnen. Ich schaue dich an, wie du dort auf dem Bett sitzt, deinen Kopf in dem grossen Kissen versunken, die Augen geschlossen. Deine Lider zucken ein wenig im Flutlicht der schwindenden Abendsonne. Seite 32, ein Eselsohr – du bist nicht besonders weit gekommen. Schweigend schlummern die […]

Guten Morgen

Da lacht schon wieder der Tag, Hauptsache Kaffee und Milch, es sind die einfachen Dinge, die uns am Leben halten; hallo Welt! Aber heute lächelt die Welt nur grau und faltig, während die Katze auf meinem Schoss schnurrt und schnurrt und schnurrt, kuschelwarm weich und ich formuliere in meinem Kopf die erste Wahrheit des Tages.   And yet, forgot all about that once I got down to shooting Lynn. Once it was all set up, me trying to keep my […]

Weiter sehnen

Weiter sehnen

Dem Morgen lauschen. Sich ans Meer träumen. Früh morgens in die Küche schleichen und Orangensaft trinken. Ins Bett zurückkriechen. Von Vogelzwitschern aufwachen. Ein gutes Spinnennetz betrachten. Die Schwerkraft aufheben. Mit Leichtigkeit aufstehen. Verwundert sein. Wörter beim Wort nehmen. Einen Körper spüren. Nichts beim Namen nennen. Etwas nicht zu Ende denken. Warten, bis der Kaffee kocht. Zum Fenster hinaussehen und leise ein Lied hören. Etwas Gutem keinen Namen geben. Was gut ist, braucht keinen Namen. Die Beine baumeln lassen. Etwas zu […]

Verpassen der Besinnlichkeit

Man verpasst es, unbemerkt. Diese Besinnlichkeit, das Runterkommen und mal nicht Rumwuseln, das Einkuscheln in eine Decke mit einer Kanne Tee und in einem Buch lesen, das In-die-Luft-gucken und einfach glücklich sein. Aufwachen und feststellen, dass die Zeit viel zu schnell vergeht zwischen unausgeschlafen auf Arbeit gehen und totmüde ins Bett fallen, aufwachen und trotzdem weiterschlafen innendrin, nur zwischendurch mal die Augen aufmachen, wenn dir das Herz aufgeht für ein paar Stunden oder ein paar Minuten, plop, wie eine Flasche […]

Melancholie (griechisch μελαγ-χολία; lateinisch melancholia)

Mit einem Sommergefühl im Herzen die Blätter fallen sehen, nein, anders, mit einem Herbstgefühl im Herzen die Sonne scheinen spüren, oder, nein, die Dingwerdung des Begriffes Tragik, auch nicht, nein, heulend ein Kinderliedchen singen, hmm, an Dinge denken und sich selbst nicht sicher sein, ob man lachen oder heulen will, ich weiss nicht, sich innerlich gut und positiv fühlen und dann gesagt bekommen, dass man traurig wirkt, ja, das dürfte alles irgendwie teilweise mehr und teilweise weniger zu meinem Verständnis […]

Herbst – Zeit

Der Zugabteil ist noch fast leer an diesem frühen Herbstmorgen. Auf dem gegenüberliegenden Perron fährt ein Zug ein. Menschenschlangen stehen im Zwischengang, bereit zum Aussteigen. Jeder möchte der Erste sein, eine menschliche Angewohnheit. So zieht dann draussen auf dem Perron es eine grosse Menge Menschen in Richtung Ausgang. Dazwischen unzählige Menschen, die zum Einsteigen in den eben eingefahrenen Zug bereitstehen. Umarmungen. Winken. Rufen. Durchsagen. Ein Kommen und Gehen draussen auf dem Perron, Ruhe hier im Wagen. Doch die angenehm dumpfe […]

Schuhe

Glaubt bitte nicht, es mangelt mir an Ideen. Dem ist wirklich nicht so. Aber trotzdem mache ich mich ab und zu daran, Schnipsel zu übersetzen, die mir meine Freunde aus den USA zusenden. Weil sie lustig sind, weil sie einen aufheitern, weil sie einen staunen lassen- und dabei der eigene Alltag für kurze Zeit in Vergessenheit gerät. Braucht man zwischendurch, oder? Hier ist jedenfalls wieder eine Episode aus dem wahren Alltag, die sich wirklich ereignet hat. Die Hassliebe zwischen Frauen […]