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Meer ich wollte dich beschreiben

Die Schätzungen über die Anzahl der Seiten im Internet haben die Milliardengrenze längst hinter sich gelassen. In dieser Sintflut von Wörtern und Bildern ist ein Gedicht, ist ein Bild, sind fünfzig Gedichte und fünfzig Bilder wirklich nicht mehr als eine Flaschenpost im Ozean – so wie Gedichte überhaupt kaum mehr einen Weg in die Bücherregale, geschweige denn die Aufmerksamkeit der Menschen finden. Vielleicht ist Poesie tatsächlich eine aussterbende Art, die Welt zu betrachten, überholt und unzeitgemäss. Mag auch sein, dass die Bedeutung der Schrift einmal dort enden wird, wo sie vor vielen Jahrtausenden begann: mit den in Ton geritzten Keilschriftzeichen eines sumerischen Beamten, peniblen Aufzeichnungen über den Besitz von Korn und Vieh.
Aber auch, wenn ein Weg von niemandem mehr gegangen wird, bleibt er trotzdem noch immer ein Weg…

Meer ich wollte dich beschreiben
doch da hatten
deine Wellen schon
meine Gedanken
hinter den Horizont getragen
ins erste Morgenlicht
so stehe ich hier
und schweige
umgeben vom Rauschen
und der Unendlichkeit
des Augenblicks.

 

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