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Ganz normal anders

Ich streife durch das Laub, wie ein Finger, der den letzten Rest Schokocreme aus einer Schüssel kratzt. Ich drehe mich wie ein Kreisel solange bis mir schwindelig wird und auch dann kann ich nicht damit aufhören.

Ich bin dankbar, denn ich weiss, dass ich gewöhnlich bin. Das macht mich besonders.

Windböhen umwehen mich und drücken mir das Shirt eng an meine Haut. Es flattert an den Armen und an der Seite und ich fühle mich, wie ein Segel, das weit hinaus auf das Meer getragen wird.

Ich hüpfe durch das kniehohe Gras, dann laufe ich gebückt hindurch, damit meine Hände es berühren können.

Ich bleibe stehen und schaue hinab auf einen Halm der sich hebt und senkt wie ein Schiffsbug in einer Welle.

Ein Schauder zieht sich über meine Haut und lässt mich frösteln.

Ich liege. Nun liege ich. Ich habe einen Halm zwischen meinen Zähnen und er weht im Wind und ich folge ihm und schaue was er mir zeigt. Ich tauche ein in die Kronen der Bäume, durchdringe ihr verzweigtes Geäst, bewundere das herbstfarbene Blätterkleid. Sie haben sich schick gemacht. Herausgeputzt.

Ich drehe mich im Gras und plötzlich ist es dunkel. Es ist nur ein Stich der uns zurückholt, wie einen Dolch den man uns in den Nacken treibt. Es ist nur dieser kurze Moment, der uns überfährt wie ein Handelsmann, der unsre Seele mit sich nimmt.

Danach ist der Herbst nur noch eine Jahreszeit. Alles ist dann kalt und düster und gewöhnlich; auf eine andere Art gewöhnlich.

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