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Category : One Step at a Time

So nicht

So kann man nicht arbeiten. So nicht! Da lärmt einer, ein Arbeiter, der sich auf dem Dach des Nachbars an etwas zu schaffen macht. Steine fallen. Es poltert. Es holpert. Da hämmert der Arbeiter, während ich hier schreiben soll. Mich konzentrieren. Auf das Selbst soll man sich richten. Einen Gedanken fassen. Am Schwanz packen, den Gedanken durch den Raum, dann auf das Papier schleudern. Ich schreibe nicht auf Papier. Ich tippe. Direkt ins Gerät hinein. Bin ein Maschinendichter, ein Hau-rein-Texter, […]

So What

Die gute Sache ist, dass mit zunehmendem Alter die Erkenntnis wächst, dass manche Geschichten dazu gehören. Nicht die, die man mit Begeisterung erzählt, sondern die, bei denen man ein bisschen einknickt, bei denen man kurz stockt, weil man nicht weiss, wo man anfangen soll, denen man ausweicht, wenn man merkt, dass sie kommen, auf einen zu und das auch noch in ansteigender Geschwindigkeit. Mittlerweile weisst du: Das ist okay. Es ist okay, sowas zu haben, diese Narben und die Stellen, […]

Frühlingsgedanken

Trag mich nach Hause, wo immer das ist, bring mich in die Wärme einer Umarmung und halt mich nicht fest, aber fest im Arm. Ich brauche nicht mehr nur eine Schulter zum Anlehnen, ich brauche zwei davon und einen Rücken, auf den ich mich stützen kann, wenn mir die Knie weich werden und meine Stimme versagt angesichts der Grösse der Geschichen, die das Leben so schreibt. Lass mich atmen und weinen.   Will dir den Frühling zeigen, der hundert Wunder […]

Dieser Tag ist so voller Leere

Was im Titel wie ein Widerspruch steht, stimmt: Auch die Leere kann erfüllend sein. Nie spürt man es deutlicher als kurz vor dem Einschlafen, wenn dieses kleine Nichts, das man immer verborgen in sich trägt, sich plötzlich ausdehnt und über den scheinbar unaufhaltsamen Wirbel von Worten, Geräuschen, Bildern, Düften legt, bis alles ausgelöscht ist im sanften Schwarz des Schlummers. Ich brauche nicht über meine Gefühle nachzudenken. Was ich wissen muss, weiss ich: Sie sind echt. Sie sind gut. Das reicht. […]

Verschiebung

Beeindruckend, immer wieder; wie sich eine Aufmerksamkeit verschiebt, wenn Dinge, Menschen oder Situationen passieren. Worauf man beginnt bei sich selbst zu achten, in Äusserungen und Handlungen und was gleichzeitig auch verlorengeht. Diese Verschiebung, an der man ablesen kann, was gerade überhaupt wirklich passiert um einem herum.

Aufwachen

Diese eine halbe Millisekunde, Morgens, nach dem Aufwachen, die man braucht, um zu sich zu finden, um sich selbst zu finden, um herauszufinden wo man ist, wer man ist, was man ist, wie viel Uhr und welche Jahreszeit und welches Jahr und welches Leben das hier ist … dieser Moment ist jeden Morgen aufs neue einfach genial.